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Die Schwarze Sonne

Aus Enzyklopaedia Artimear

"..und sie würde wiederauferstehen. Wenn 60 Jungfrauen aus ihrem Blute Kronen aus Gold getragen und das Reich in Chaos und Finsternis geführt haben. Geboren unter dem Fluch der Schwarzen Sonne, gebranntmarkt mit ihrem dunklen Mal, sind sie Mutanten denen nichts menschliches anhaftet, besessen von Dämonen und dem Wahnsinn der Schwarzen Königin."

Im Jahre 637 des 4. Zeitalter prophezeite der elrulische Seher Voneus von Engeran mit jenen Worten, die Rückkehr der Schwarzen Königin, welche eine neue Ära des Angst und Schreckens einführen würde. Die Prophezeiung Voneus hatte große Auswirkungen auf gesamt Artimear und bis heute gibt es Diskussionen darüber, ob die Worte des Sehers der Wahrheit entsprangen oder lediglich das Geplapper eines Wahnsinnigen war. Mit Sicherheit konnte man jedoch feststellen, dass nach Sonnenfinsternissen besonders viele Geburten von Mädchen stattfanden, welche allesamt hohes magisches Potential besaßen. Die meisten dieser Mädchen wurden ihren Eltern weggenommen, von Magierin studiert und für Experimente und Versuche verwendet, welche ihre Herkunft genauer beleuchten sollte und herausfinden, was diese jungenFrauen einst zu Monstern machen würde, die Verderben über die Welt bringen. Jene welche nicht bei diesen Versuchen starben, wurden in Türme und Verliese gesperrt, wo sie ihr verfluchtes Dasein bis an ihr Lebensende fristen sollten. Bedauerlicherweise entstand in jener Zeit besonders viele Geschichten von holden Jungfern und Prinzessinen, welche geraubt und in Türme gesperrt wurden und somit verblendete Helden und Prinzen aufrief diese armen Mädchen zu befreien.

Es scheint als sei der Fluch jedoch nichts anderes als eine selbsterfüllende Prophezeiung gewesen, den ebenjene Mädchen waren durch das erlebte Leid und Grauen, dass sie als Kinder ertragen mussten von Hass zerfressen und schworen oftmals Rache an der Welt, welches solches Unrecht zulies. Sie wurden als schwarze Zauberinnen bekannt, grausame Despotinnen und Kriegsherrinnen, welche die Macht und den Stand ihrer Männer ausnutzen und eine Spur aus Tod und Verderben hinter sich liesen.

Und doch gab es in der Geschichte Artimears Ausnahmen über die kaum jemand reden mag. Niya al-te Ran, eine Magierin und Tochter der Schwarzen Sonne, welche in jungen Jahren bereits zur Hohenpriesterin der Maqidea aufgestiegen war und zum Ende des 5 Zeitalters lebte. Sie führte den Fortschritt ihres Landes an und verfolgte eine friedliche Politik im Gegensatz zu ihren Vorgängerinnen, welche die Schwarzen Märsche angetrieben hatten mit denen Anomandia die umliegenden Reiche eroberte. Und doch sahen viele andere sie als Bedrohung und man setzte sich zum Ziel Niya zu beseitigen bevor sie mächtig genug werden konnte um Unheil über die Welt zu bringen, so wie ihre Schwestern vor ihr. So war es nicht verwunderlich, dass der Orden des Lathanders, welcher bereits seit Jahrzehnten gegen die Anhänger Maqideas kämpften, ihre Finger im Spiel hatten, als Niya al-te Ran während eines Angriffs starb und weiter die Erzfeindschaft dieser zwei Glaubensrichtungen schürte.

Heute sind die Töchter der Schwarzen Sonne immer noch gefürchtet, doch hat man auch aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Die meisten dieser Mädchen werden heute in Magierzirkel gebracht und dort mit ihren Kräften vertraut gemacht und doch gibt es immer wieder Stimmen, die behaupten es wäre besser sie wieder wegzusperren oder gar bei Geburt zu töten.

Was jedoch nur noch wenige Wissen und zu einem der wohlgehütetesten Geheimnisse des dontilischen Herrscherhaus gehört, ist dass es sich bei den Töchtern der Schwarzen Sonne um ein ganz besonders Zusammenspiel aus verschiedenen Konstellationen handelt. So werden nur jene Mädchen zu Töchtern, welche tatsächlich aus der Linie der Schwarzen Königin stammen und das alte Blut der Hochelfen in sich tragen. Ein eindeutiges Zeichen für diese Herkunft ist das Mal in Form einer Sonne, das diese Frauen auf ihrem Körper tragen, welches in dieser Form nur bei der dontilischen Kaiserfamilie selbst auftritt. Auch sieht das Herrscherhaus die Mädchen nicht als Verflucht an, sondern ist bemüht diese zu finden um mit ihnen die eigene Blutlinie wieder zu stärken, weswegen es nicht verwunderlich ist, dass einige dieser Töchter zu Gemahlinnen dontilischer Imperatoren wurden.

Bei den Sylvari hingegen ist der Fluch der Schwarzen Sonne völlig unbekannt. Sie haben zwar für ihr Volk in der vergangenheit eine handvoll an Mädchen gehabt, die unter einer Sonnenfinsternis geboren wurden und solche Muttermale aufweisen, sowie ein starkes magisches Potential, doch wird dem kaum bedeutung geschenkt. Das einzige was diese Mädchen ausmacht ist, dass sie meist den Weg des Druidentums beschritten um ihre Kräfte besser verstehen zu können.